Green Lantern

monster und ein held in grünem stretch
1 häufchen von 5

~ die einzige freiwillige pointe dieses films kommt gleich in der ersten halben stunde. bis es soweit ist, müssen die zuschauer eine historische einweisung in die intergalaktische mobile eingreiftruppe "green lantern corps" verdauen, nur um kurz darauf den außerirdischen anführer derselben gefasst verbluten zu sehen. er ist mit seinem kleinen rettungsraumschiff nach einem gefecht auf der erde gestrandet. hal, ein mensch und der zukünftige held, wird unfreiwillig irgendwie zu dem sterbenden alien gebeamt, gemorpht, gemoved – in einer art seifenblase. er begräbt den fremden, ruft einen kumpel an, schon taucht auch die CIA auf. die beiden fliehen, man möchte ja nicht mit einem alien gesehen werden. aber, wie der kumpel richtig bemerkt: "tote aliens begraben sich nicht einfach selbst!" pointe! nein, nach allem was man weiß – obwohl das ja nicht viel ist – tun sie so was nicht.

die götter dieser welt sitzen circa seit dem holozän auf ihrem planeten rum, sind herrscher über zeit und raum, so ganz klar wird das aber nicht. in jedem fall sind sie nicht allmächtig, denn die sogenannten wächter brauchen das green lantern corps, um die parallax-spinne zu besiegen. bis zum marschbefehl sind sie so entscheidungsfreudig wie der UN-sicherheitsrat und man fragt sich die ganze zeit: warum kann hal, der mensch, auf diesem planeten eigentlich atmen, eine atmosphäre scheint es da ja nicht zu geben. und wenn, hätte er beim anflug auf den planeten nicht in derselben verglühen müssen? wenn schon die missachtung der naturgesetze – welche herrn fulla erfreulich wenig aufgeregt hatten, man sie also in gelungenen illusionen klaglos hinnimmt – stört, dann ist ein film dieses genres gescheitert. daran hat auch der regisseur martin campbell ("casino royale") nichts geändert. wie geht es dann aus? hal schmeißt die spinne in die sonne (!), wo sie verpufft, und versieht fortan als hoch dekoriertes green-lantern-corps-mitglied dienst im interstellaren raum. was für eine welt! dahin will man nicht flüchten. sie sieht nicht schön aus, es werden keine spannenden geschichten in ihr erzählt, noch fällt ein schatten in unsere hinüber (dass angst und wille wichtig sind, hätten wir noch allein auch gewusst). green lantern kriegt die rote laterne und damit nur ein von fünf möglichen häufchen.


Filmstart: 28. Juli 2011
Mit: Ryan Reynolds, Blake Lively, Peter Parsgaard, u.a.
FSK: ab 12
Laufzeit:  114 Min.
Produktionsland:  USA
Produktionsjahr: 2011
Verleiher: Warner
  Quelle: imdb.com